Logos – seine Bedeutung und Wirkkraft
- Meva Elciyörük
- 2. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Am Anfang war das Wort (Johannes)
Nachdem ich mich lange zwischen Lust und Unlust hin- und herbewegt habe, um endlich wieder einmal einen Blogbeitrag zu verfassen, ist es nun endlich soweit.Und das Thema des heutigen Beitrags lautet (Trommelwirbeeeel): „Die Bedeutung der Sprache und Worte.“
Es ist nämlich schwer, sich mit dem Schreiben zu beschäftigen, ohne sich wirklich mit Logos und seiner Wirkkraft auseinanderzusetzen.Um aber zum Ursprung der Sprache vorzudringen, braucht es zunächst ein näheres Verständnis der Begrifflichkeit an sich.Besonders treffend erscheint mir in diesem Kontext eine Definition Friedrich M. Müllers aus dem Jahr 1888, in der er das „Logos“ als „the undivided essence of language and thought“ beschreibt.Übersetzt meint er damit „die unteilbare Essenz, aus der Sprache und Vernunft entspringen“.
Würde man diese Auffassung aus einer spirituell-religiösen Perspektive betrachten, so könnte man meinen, dass Sprache und Worte nicht nur Mittel der Kommunikation sind, sondern auch den Kern unseres Selbst zum Ausdruck bringen.
Wenn du es bis hierher geschafft hast, dann gratuliere ich dir erst einmal, denn das hört sich alles sehr theoretisch und trocken an. Ich weiß. Das ist es aber nicht.
Denn wir verwenden Sprache tagtäglich – bewusst oder unbewusst. Wir wählen unzählige Worte, schimpfen über dies und das oder drücken unsere Liebe für jemanden aus.Die Wirk- und Werkzeuge der Sprache sind aus unserem Alltag gar nicht mehr wegzudenken – schon in der Früh beginnen wir mit einer E-Mail oder WhatsApp-Nachricht und beenden den Tag mit einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht. In der heutigen Zeit kann man nicht nicht kommunizieren. Aber wir haben stets eine Wahl, welche Worte wir gebrauchen.Denn wir sind diejenigen, die Worten eine Bedeutung geben. Du fragst dich jetzt vielleicht, wie?
Nun, man darf zunächst erkennen, dass in Worten sowohl individuelle als auch kollektive Assoziationen innewohnen.Die kollektiven Zusammenhänge ergeben sich aus der Etymologie eines Wortes, die Auskunft über seine Herkunft, Geschichte und ursprüngliche Bedeutungsstruktur gibt.Bei den individuellen Assoziationen betreffend der Worte handelt es sich um persönliche Erlebnisse, Gefühle und Gedanken, die mit einem bestimmten Wort einhergehen.So können manche Worte positiv konnotiert sein und sich wie eine Wohlfühloase anfühlen, während andere Worte negative Bilder, Stress oder Trigger erzeugen.
Damit dieser Text, der sich im Moment mehr als Essay liest, als Blogbeitrag einen Hauch von Spiel und Leichtigkeit abbekommt, möchte ich dich zu einer gemeinsamen Erkundungstour einladen. So wirst du hoffentlich deine individuellen Assoziationen zu bestimmten Worten erkennen:
Du bekommst eine Reihe verschiedener Worte: Heiße Schokolade, gebrannte Mandel, Liebe, Leben
Schreibe dazu, wenn du magst, Gefühle, Bilder und Gedanken auf, die du mit jedem einzelnen Wort verknüpfst.
Vergleiche deine Ergebnisse mit den unten angeführten Beispielen.
Beispiele:Heiße Schokolade: Oma, Geborgenheit, Frühstück, Wärme, Sicherheit, Bitter, Zucker, Nutella-Toast, Küche, …
Gebrannte Mandel: Salzburg, Christkindlmarkt, Zimt, herrlicher Duft, Allergie, Kälte, …
Liebe: Heilung, Verletzung, Glaube, Verlust …
Leben: lebendig, Licht, Schatten, Ganzheit, Natur, …
Wie du nun sehen kannst, zeigen sich wahrscheinlich merkliche Unterschiede in deinen und meinen Ausführungen. Und das ist gut so und absolut natürlich. Denn Worte sind Träger unserer persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse, was ihnen eine einzigartige Essenz verleiht und zugleich endlose Assoziationsketten möglich macht. Deshalb ist Sprache vielschichtig und vielfältig. Sie ist reich an Kultur und schafft Kultur – mit circa 7.000 lebenden Sprachen weltweit.
Und Kultur bedeutet Zugehörigkeit.
Zugehörigkeit bedeutet Verbundenheit.
Puh! Siehst du – wie ein Wort zum nächsten führt. Ein Satz. Ein weiterer Gedanke. Eine weitere Idee. Worte regen tatsächlich die geistige Tätigkeit an. Dabei begann doch alles nur mit einem Wort.
02.12.2025 - Meva Gülizar Elciyörük
Quelle: Max Müller, Friedrich. 1888. Three Introductory Lectures on the Science of Thought, Delivered at the Royal Institution, London, during the Month of March, 1887. Chicago: The Open Court Publishing Company.





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