Vom Zauber vertrauter Wege
Mein letzter Blogbeitrag ist wieder lange her.
Es war teils eine bewusste Entscheidung, keine Blogbeiträge mehr zu veröffentlichen – zumindest so lange, bis sich ein Thema „wirklich“ aufdrängt.
Jetzt ist es endlich wieder so weit und statt ein Gedicht daraus zu schöpfen, möchte ich dieses Mal doch die Textform wählen.
Vielleicht bist du nun ganz neugierig, was denn so dringlich sein mag … oder was mir so wichtig erscheint …
Ich lasse dich nicht lange warten und gebe dir sogleich ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Wege“ an die Hand.
Und es gibt wirklich zahlreiche Wege: lange – kurze Wege, alte – neue Wege, Waldwege, Schotterwege, asphaltierte Straßen, Karrierewege, Lebenswege usw. …
Heute möchte ich dir von meinem täglichen Spazierweg über Wald und Ort erzählen. Seit Wochen und Monaten gehe ich diesen nun unermüdlich und mit viel Begeisterung. Obwohl ich auch liebend gerne neue Wege auskundschafte und mich gerne in Gassen und fremden Orten verliere, so sehr liebe ich auch die Routine und das Gehen auf immergleichen Wegen.
Was das Sonderbare daran ist? Man lernt den Weg immer wieder mit neuen Augen zu sehen und entdeckt dabei vielerlei Schätze:
So erkennt man beispielsweise, wo die schönsten Frühlingsknoten- und Schlüsselblumen blühen oder, dass die Waldlichtung der Lieblingsort vieler Schmetterlingsarten ist.
Man erhört auch den Ruf vieler Wildvögel und weiß, wo sich die Rehe am liebsten aufhalten. Mein Spazierweg lehrt mich auch ganz viele Pflanzenarten – von der Schafgarbe bis zum Mädesüß (das mag es gerne an Bachläufen) und vom wilden Thymian bis zum Johanniskraut.
Manchmal blickt auch die alte Nachbarin aus ihrem Garten und lässt einen Wink heraus. Wie du siehst, wird einem hier nicht langweilig. Denn dieser mir vertraute Weg „lebt“ wahrlich und ist ein täglicher (kostenloser) Exkurs in die Welt der Wildtiere und Botanik.
Man braucht nur die Sinne für das „Gewohnte“ zu öffnen und kann dabei ganz neue Welten entdecken. So wird aus dem alltäglichen Spaziergang etwas ganz Besonderes.
Für diejenigen, die sehen.
Für diejenigen, die staunen.
Für diejenigen, die beobachten.
Für diejenigen, die fühlen.
Für diejenigen voll Neugier.
Für diejenigen, die das Kleine zu etwas Großem machen.
In diesem Sinne wünsche ich dir ganz viel Entdeckungsfreude auf deinem Wege!
Herzliche Grüße,
Deine Meva.




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