Was wäre gewesen, wenn Frida Kahlo eine Therapie gemacht hätte?
- Meva Elciyörük
- 23. März
- 2 Min. Lesezeit
Ich sitze gerade vor meinem Laptop und möchte ein paar Worte zu Frida Kahlo schreiben - einer Frau, die für mich Ausdruck von Rebellion, Leid, Leben und Freiheit darstellt.
Sie war eine weltberühmte Künstlerin, die in ihrem kurzen Leben viel erfahren hat:
Bereits als Kind litt sie unter Kinderlähmung, gefolgt von einem tragischen Busunfall im Jugendalter, der mit vielen Operationen, vielen Fehlgeburten und chronischen Schmerzen einherging.
Um ihr fortwährendes Leid zu betäuben, griff sie regelmäßig zu Opiaten und zu Alkohol. Auch in ihren Beziehungen fehlte es ihr nicht an Leid und Drama - sie hatte eine stürmisch-turbulente Ehe mit ihrem Künstlerkollegen Diego Rivera, in der beide regelmäßig außereheliche Affären führten. Dabei hatte sie sowohl Beziehungen zu Männern als auch zu Frauen, was man als ein Akt von Rebellion gegen die Untreue ihres Ehemannes verstehen kann. Denn sie litt scheinbar sehr darunter.
All diese (schmerzvollen) Erfahrungen waren die Quelle ihrer zahlreichen Selbstporträts und Tagebücher, für die sie letztlich weltberühmt wurde.
Betrachtet man also das Leben von Frida Kahlo, wird es ganz sicher nicht langweilig. Ihr Leben und auch sie waren geprägt von Gegensätzen: von Lust und Unlust, von Schmerz und Freud, von Liebe und Verlust. Sie lebte das Leben in seiner Ganzheit, voller Extreme, roh, unperfekt und ungefiltert. Und trotz allen Leids und trotz allen Schmerzes hinterließ sie mit ihrem Werk „Viva la vida - Watermelons“ eine lebensbejahende Haltung. Welch großartiges Sinnbild für Freiheit trotz des Schicksals!
Doch was wäre gewesen, wenn Frida Zugang zu moderner Psychotherapie gehabt hätte?
Vermutlich hätte sie einige Diagnosekriterien des ICD 10 erfüllt. Vielleicht wäre ihr Leben weniger glamourös, weniger dramatisch, weniger toxisch, weniger abhängig und weniger selbstzerstörerisch gewesen. Wer weiß.
Und dennoch bin ich irgendwie froh darüber, dass es zu ihrer Zeit noch keine Psychotherapie gab. Denn so haben wir ein authenthisches Abbild des Lebens - eines, das nicht nur schön ist, reflektiert wurde und einem gewissen Ideal entsprechen muss - sondern eines, das wirklich erfahren und gelebt wurde. Ganz im Sinne von Frida: Viva la Vida!
In diesem Sinne wünsche ich dir ganz viel "Leben".
Herzlichst,
Deine Meva




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